Datenerfassung während der Probefahrt
Bei Arcana Signum führen wir keine eigenen Probefahrten durch. Das Fahrzeug wird ausschließlich vom Eigentümer oder vom potenziellen Käufer gefahren.
Während der Fahrt erfassen wir Daten aus mindestens drei unabhängigen Quellen gleichzeitig. Die genaue Anzahl der aufgezeichneten Parameter hängt vom jeweiligen Fahrzeug ab, bei einem VW Golf von 2007 sind es typischerweise rund 20 Datenpunkte, bei einem BMW 5er von 2022 können es über 50 sein. Um eine lückenlose und korrekte Aufzeichnung sicherzustellen, müssen wir während der gesamten Fahrt mehrere Datenströme parallel überwachen und dabei Umgebungsbedingungen sowie fahrtspezifische Zeitfenster aktiv berücksichtigen, Beschleunigungsphasen, Schaltvorgänge, Bremsmanöver, Schubbetrieb und mehr. Diese Überwachung erfordert volle Konzentration. Sie sicher und zuverlässig durchzuführen, während man gleichzeitig ein fremdes Fahrzeug in unbekanntem Zustand im Straßenverkehr führt, ist schlicht nicht möglich, und wäre weder Ihnen noch der Qualität der Analyse gegenüber fair.
Fahrdaten, die nur unter Belastung sichtbar werden, sind diagnostisch unersetzlich. Ein Motor, der im Stand unauffällig läuft, kann unter Last völlig andere Signalmuster zeigen. Die Probefahrt ist für uns kein Komforttest, sie ist ein Messinstrument.
Der durchschnittliche Neuwagen des Jahres 2024 enthält zwischen 100 und 150 elektronische Steuergeräte, sogenannte ECUs (Electronic Control Units), die untereinander über mehrere Bussysteme kommunizieren. Allein das CAN-Bus-System, das 1986 von Bosch entwickelt und heute in nahezu jedem Fahrzeug verbaut ist, überträgt bis zu 1 Megabit Daten pro Sekunde zwischen diesen Steuergeräten. In einem modernen Oberklassefahrzeug wie einem BMW 7er oder einer Mercedes S-Klasse sind bis zu 150 Millionen Zeilen Softwarecode aktiv, mehr als in einem Kampfjet der F-35-Klasse, der mit rund 8 Millionen Zeilen auskommt (Quelle: IEEE Spectrum, 2024).
Das bedeutet: Wer ein modernes Fahrzeug wirklich versteht, liest keine Reifen und klopft keine Kotflügel. Er liest Daten.
Technik
Ein modernes Fahrzeug ist kein Automobil im klassischen Sinne.
Es ist ein fahrendes Computernetzwerk.
Was in Ihrem Fahrzeug passiert, während Sie fahren
Während einer normalen Stadtfahrt erzeugen die Steuergeräte Ihres Fahrzeugs kontinuierlich Tausende von Messwerten pro Minute. Motorsteuergerät, Getriebesteuergerät, ABS-Steuergerät, Airbag-Steuergerät, Klimasteuergerät, Batteriemanagement, Fahrdynamikregelung, und viele mehr senden in Echtzeit Statusinformationen, Fehlerzustände, Messwerte und Regelparameter über das bordeigene Netzwerk.
Ein einfaches OBD-Auslesegerät, wie es in vielen Werkstätten und bei Gebrauchtwagenhändlern eingesetzt wird, liest lediglich die gespeicherten Fehlercodes aus, sogenannte DTCs (Diagnostic Trouble Codes). Es zeigt Ihnen, was das Fahrzeug bereits als Problem erkannt und abgespeichert hat.
Was es nicht zeigt: Signalmuster, die sich noch unterhalb der Erkennungsschwelle bewegen. Parameterwerte, die technisch im erlaubten Bereich liegen, aber systematisch in eine kritische Richtung driften. Sporadische Anomalien, die nur unter bestimmten Last- oder Temperaturbedingungen auftreten und sich nach dem Abstellen des Motors spurlos zurücksetzen.
Genau dort beginnt die Arbeit von Arcana Signum.
Datentiefe
Wir erfassen Fahrzeugdaten nicht punktuell, sondern kontinuierlich und aus mehreren Quellen gleichzeitig. Die Anzahl der auslesbaren Parameter variiert je nach Fahrzeug erheblich. Ein VW Golf der fünften Generation aus dem Jahr 2007 stellt typischerweise rund 20 auswertbare Echtzeit-Parameter zur Verfügung. Ein BMW 5er des Baujahrs 2022 liefert über 50 Parameter allein über die Standardschnittstelle, ergänzt durch herstellerspezifische Erweiterungsprotokolle, die weit über den OBD-Standard hinausgehen.
Diese Daten werden nicht nur angezeigt, sie werden aufgezeichnet, zeitlich synchronisiert und algorithmisch ausgewertet. Muster, die für das menschliche Auge in einem scrollenden Datenstrom unsichtbar bleiben, werden durch rechnergestützte Analyse sichtbar gemacht. Abweichungen vom statistischen Normalverhalten eines Fahrzeugtyps, ungewöhnliche Korrelationen zwischen scheinbar unabhängigen Parametern, Timing-Anomalien bei Einspritzung oder Zündung, all das wird erfasst, bewertet und dokumentiert.
Thermografie
Die Infrarotthermografie ist in der industriellen Qualitätssicherung, der Gebäudeinspektion und der Luft- und Raumfahrttechnik seit Jahrzehnten ein etabliertes Prüfverfahren. In der Fahrzeuginspektion hingegen wird sie bislang kaum eingesetzt, und wenn, dann meist ohne systematische Auswertungsmethodik.
Stahl, Aluminium, Karosseriedichtmasse, Karosseriefüller und Feuchtigkeit haben unterschiedliche thermische Leitfähigkeiten und spezifische Wärmekapazitäten. Stahl leitet Wärme mit einer Leitfähigkeit von etwa 50 W/(m·K), während Polyesterspachtel (Karosseriedichtmasse) auf etwa 0,3 W/(m·K) kommt, einem Unterschied von mehr als dem 160-fachen. Quelle: Engineering Toolbox, Thermal Conductivity of Materials.
Das bedeutet, dass eine Karosseriestelle, die mit Füllmaterial repariert wurde, unter thermischer Anregung ein deutlich anderes Aufwärm- und Abkühlverhalten zeigt als die umgebende Originalkarosserie. Diesen Unterschied sieht eine einfache Wärmebildkamera möglicherweise, aber zuverlässig lokalisieren und quantifizieren kann ihn nur eine algorithmische Auswertung, die Temperaturgradienten, Abkühlkurven und räumliche Muster systematisch analysiert.
Bei Arcana Signum werden Thermalaufnahmen durch validierte Algorithmen ausgewertet, die auf genau diese Materialdifferenzen kalibriert sind. Lufteinschlüsse, Feuchtigkeitsansammlungen und verdeckte Reparaturen hinterlassen thermische Signaturen. Wir machen sie sichtbar.
Lackschichtdickenmessung
Jeder Fahrzeughersteller definiert für seine Modelle einen Werksstandard für die Gesamtlackschichtdicke. Typische Werksangaben liegen zwischen 80 und 180 Mikrometern, abhängig von Modell, Baujahr und Lacktyp. Ein Mikrometer entspricht einem Tausendstel Millimeter. Quelle: DIN EN ISO 2808, Beschichtungsmessung.
Eine Reparaturlackierung, bei der Karosseriedichtmasse aufgetragen wurde, weicht von diesem Werksstandard ab. Ein einzelner Messpunkt kann zufällig im Normbereich liegen. Ein systematisches Raster aus Messpunkten über die gesamte Karosseriefläche hingegen macht selbst subtile Abweichungen und Übergänge zwischen Originallack und Reparaturlack sichtbar.
Wir messen nicht stichprobenartig. Wir messen flächendeckend und erstellen ein vollständiges Schichtdickenprofil des Fahrzeugs. Die Ergebnisse werden dokumentiert und im Bericht visuell dargestellt.
Rostquantifizierung
Korrosion ist in Deutschland ein unterschätztes Problem. Laut einer Erhebung des Deutschen Instituts für Bautechnik sind feuchtigkeitsinduzierte Materialschäden für einen erheblichen Anteil der vorzeitigen Bauteilausfälle verantwortlich. Im Fahrzeugbereich betrifft dies insbesondere Unterboden, Schweller, Radkästen und tragende Strukturbauteile, also genau die Bereiche, die bei einer Standardinspektion schwer einsehbar sind und häufig übersehen werden.
Bei Arcana Signum wird die Fahrzeugunterseite mit Spezialmessgeräten und computergestützter Bildanalyse gescannt, direkt dort, wo das Fahrzeug steht, ohne Anheben, ohne Hebebühne, ohne Demontage. Das Ergebnis ist keine subjektive Einschätzung. Es ist eine flächengenaue, dokumentierte Zustandsaufnahme mit quantifizierten Korrosionsbefunden.
Unsere Analysemethoden sind proprietär. Wir beschreiben, was unsere Technologie leistet. Wie sie es im Detail tut, behalten wir für uns.
Was wir Ihnen versprechen: Wenn es messbar ist, messen wir es. Wenn es analysierbar ist, analysieren wir es. Und wenn es dokumentierbar ist, finden Sie es in Ihrem Bericht.


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